Step IV

STEP IV

In dieser Phase beginnt die konkrete Rückschulung des Schülers. Sie stellt auch die schwierigste Phase für den RS dar. Dieser muss sich nun konstant so an einem System verhalten, dass die Lehrer der aufnehmenden Schule zum Ende dieser Zeit der Meinung sind, dass er den Anforderungen der allgemeinen Schule auf der leistungsbezogenen und verhaltensbezogenen Ebene gerecht wird.

Um diese Hürde zu nehmen benötigt der zurückzuführende Schüler eine intensive Begleitung und Unterstützung und zwar auf beiden angesprochenen Ebenen. Der Nachhilfeunterricht spielt in dieser Zeit eine wichtige Rolle, um die wahrscheinlich vorhandenen fachlichen Defizite aufzuarbeiten. Je eher der Schüler den Unterrichtsinhalten folgen kann, umso weniger läuft er Gefahr sein Selbstbewusstsein aus anderen Dingen zu ziehen. Dieses Nacharbeiten ist somit eine bedeutende Hilfe im gesamten Rückführungsvorgang. Die Nachhilfe sollte zu Beginn zwei Mal in der Woche stattfinden und kann bei einer Stabilisierung der Leistungen auf ein Mal in der Woche reduziert werden.

Die zweite wichtige Konstante in dieser Phase muss die regelmäßige Kommunikation zwischen Schüler, RH, Klassenlehrer und Förderschullehrer sein. Zwischen diesen Personen muss ein Mal in der Woche ein zumindest telefonischer Austausch stattfinden. Bei Vorfällen wie z.B. unentschuldigtem Fehlen, nicht anfertigen von Hausaufgaben, provokativem Verhalten etc., ist ein persönliches Gespräch zwingend erforderlich.

Als Reflexionsinstrument wird hier ein wöchentlich vom Klassenlehrer auszufüllender kurzer Fragebogen sein, der die Entwicklung des Schülers aufzeichnet.

Diese enge Kommunikationsstruktur ist ein weiterer definierter Standard des FÖRDERPROGRAMMS “IN STEPS !” und ist unbedingt aufrecht zu erhalten um auftretenden negativen Entwicklungen unmittelbar entgegenwirken zu können.

Eine Hypothese ist, dass Rückschulungsversuche auch scheitern, weil in dieser Phase der Rückschulung die Kommunikation zwischen den beteiligten Erwachsenen nicht ausreichend ist und der Austausch zwischen den beteiligten Personen erst dann beginnt, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

Der Rückschulungshelfer hat in dieser Phase die Aufgabe die Kommunikation zwischen den beteiligten Personen zu unterstützen. Es ist nicht Aufgabe des RH den beteiligten Personen hinterher zutelefonieren.

Der RH soll auch in dieser Phase kooperative Angebote mit einer Kleingruppe durchführen. Dies kann die gemeinsame Vorbereitung eines Imbisses für die ganze Klasse, ein kreatives oder spielerisches Angebot sein. Diese Förderstunden sind genau mit dem Klassenlehrer der allgemeinen Schule abzusprechen und als Konstante zu implementieren. Dieses Angebot sollte ein Mal in der Woche stattfinden.

Zum Ende der sechs Monate ist eine besonders enge Betreuung des RS notwendig. Der bestehende Druck und die Versagensangst des RS können in dieser Phase Einfluss auf das Verhalten und die Leistung des Kindes haben. Die Begleitung hat in dieser Phase das Ziel positiv zu verstärken und vor allem Ängste zu reduzieren. Dieses Vorgehen muss auch durch die intensivere Einbindung des Förderschullehrers unterstützt werden. Der Förderschullehrer muss hierbei Elternsprechtage der allgemeinen Schule frühzeitig nutzen, um nicht nur Informationen vom Klassenlehrer zu bekommen sondern auch von den Fachlehrern. Letztendlich entscheiden nämlich alle beteiligten Lehrer über den Verbleib oder Nichtverbleib des Schülers.

Des Weiteren sollten der Förderschullehrer und der RH vereinbarte Gesprächstermine auch dazu nutzen, die Kollegen der allgemeinen Schule über die gesamte Prozedur der  Rückschulung aufzuklären.

Die belastenden Folgen für den Schüler und seine Familie dürfen hier nicht unerwähnt bleiben, um einer Sensibilisierung für die vom RS erbrachte Leistung Vorschub zu leisten.

Checkliste für STEP IV

Was? Wer? Wann? Wo? Bemerkung
Termine für Förderstunden und Kooperationsangebote abgesprochen?
Rücksprache mit Förderschullehrer über Hausaufgabenbetreuung gehalten?
Wurde eine Hausaufgabenbetreuung  bzw. eine Nachhilfe installiert?
Termin für telefonische Rückmeldung zwischen allen Beteiligten vereinbart?
Der wöchentlich auszufüllende Reflexionsbogen wurde vorgestellt und mit genügend Kopien an der Klassenlehrer ausgehändigt.
Rücksprache nach der 1. Woche mit Klassenlehrer und Förderschullehrer gehalten?…
…Rücksprache nach der 26.Woche mit Klassenlehrer und Förderschullehrer gehalten?
Termin für Abschlussauswertung des dreiwöchigen Praktikums mit allen Beteiligten vereinbart?
Abschlussauswertung durchgeführt ?

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