Die Idee

Seit dem Sommersemester 2008 besteht eine weitere Kooperation mit dem Seminar für Verhaltensgestörtenpädagogik unter der Leitung von Vertr. – Prof. Dr. Stefanie Roos. Seit sechs Semestern gibt es dort ein Seminar zum “In Steps!” – Projekt. Dieses Seminar leitet Daniel Mays im Rahmen eines Lehrauftrags.

Was ist das Förderprogramm „In Steps !“ ?

Das Förderprogramm “In Steps !” ist eine Unterstützungsmaßnahme, die es Kindern und Jugendlichen erleichtern soll von einer Förderschule für Emotionale und soziale Entwicklung an eine allgemeine Schule zu wechseln.

So genannte Rückschulungshelfer (RH) begleiten die zurückzuführenden Schüler über den gesamten Zeitraum der Rückschulung. Diese Begleitung erfolgt nach einem festgelegten System mit einheitlichen Standards.

Warum gibt es das Förderprogramm „In Steps !“ ?

Die Förderschule für Emotionale und soziale Entwicklung definiert sich laut Richtlinien als „Durchgangsschule“. Schüler, die diese Schulform besuchen, sollen somit wieder in das allgemeine Schulsystem integriert werden. Tatsache ist, dass nur ein Bruchteil der Schüler und Schülerinnen den Schritt zurück an die allgemeine Schule schaffen (zwischen 6,6 % und 16 % ). Die Schulen der Sek. I haben dabei noch deutlich schlechtere Rückschulungsquoten,  als die Förderschulen für Emotionale und soziale Entwicklung der Primarstufe.

Wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema gibt es nur wenige und sie stammen zum Teil aus den 80´er Jahren.

Schlepphorst befragte 1987 alle Lehrer von Schulen für Erziehungshilfe (so hießen diese Schulen bis vor kurzem) zum Thema Rückschulung und konnte aufzeigen, dass die Optimierung von Rücküberweisungen nach Aussagen der Lehrkräften durch a) die Verbesserung der Möglichkeiten zur Vor- und Nachsorge, b) Maßnahmen zur Integration und Vorbereitung und c) die Verbesserung des (allgemeinen) Kontaktes zu den Regelschulen zu bewerkstelligen sei.

Das Förderprogramm „In Steps !“ setzt genau an diesen Punkten an und verdichtet insbesondere die Kommunikationsstrukturen zwischen den beteiligten Personen (Lehrer der allgemeinen Schule, Förderschullehrer, Eltern, Schüler).

Welche Ziele verfolgt das Förderprogramm „In Steps !“ ?

Ziel 1) Vermehrte Rückführung von „Bildungsverlierern“ (Schülerinnen und Schülern der Förderschule für emotionale- und soziale Entwicklung) in das Allgemeine Schulsystem

Wie erreichen wir dieses Ziel ?

Durch den Einsatz von „Rückschulungshelfern“ (Studentinnen und Studenten der Sonderpädagogik) bekommen Förderschülerinnen und Förderschüler, die zurück an die Allgemeine Schule wechseln, einen verlässlichen Partner / eine verlässliche Partnerin über den Zeitraum von mind. einem Jahr zur Seite gestellt, um die nachgewiesenen Hürden eines schulischen Wechsels erfolgreich meistern zu können.

Ziel 2) Verbesserung der Ausbildung von angehenden Sonderpädagogen durch die Ermöglichung von begleiteten Praxiserfahrungen

Wie erreichen wir dieses Ziel ?

Durch die studiumsbegleitende Qualifikation von Studentinnen und Studenten der Sonderpädagogik zu „Rückschulungshelfern“ und die damit verbundene Möglichkeit Förderschülerinnen und Förderschüler auf Ihrem Weg zurück an die Allgemeine Schule zu begleiten, können schon während des Studiums wichtige praktische Erfahrungen gemacht und Einblicke in verschiedene Aufgabenbereiche des späteren Berufsfeldes gewonnen werden.

Ziel 3) Analyse und Diskussion des Rückschulungsvorgangs aus Perspektive der Schüler, Lehrer und Eltern mit dem Ziel der Vorbereitung der hier beschriebenen empirischen Untersuchung.

Wie erreichen wir dieses Ziel ?

Durch die Vergabe von bisher fünf projektbezogenen Examensarbeiten und mehreren Hausarbeiten wird das Projekt begleitend evaluiert und optimiert. In den regelmäßigen Treffen der Projektgruppe werden die praktischen Erfahrungen der Rückschulungshelfern und die theoretischen Impulse der Examenskandidaten diskutiert.

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